Nach dem Ausbruch des Vulkans Grimsvötn auf Island stört die Aschewolke nun auch den internationalen Flugverkehr. Weil sie nach Süden zieht, haben mehrere Fluggesellschaften Flüge von und nach Schottland gestrichen. Auch bei einigen Transatlantikflügen kommt es laut der BBC zu Verspätungen
Nach den Vorhersagen des britischen Wetterdienstes dürfte die Wolke am Vormittag Irland, Nordirland, Schottland und Teile Nordenglands erreicht haben.
British Airways annullierte vorsorglich deshalb alle Flüge bis 15.00 Uhr (MESZ) von London nach Schottland. Auch Aer Lingus, easyjet und Flybe sagten Schottlandflüge ab. Die niederländische KLM strich 16 Verbindungen von und nach Großbritannien. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, Flugabsagen gebe es derzeit nicht, Interkontinentalflüge würden um die Aschewolke herumgeleitet.
Der britische Transportminister Philip Hammond sagte, am heute Morgen würden “die meisten, wenn nicht alle Flüge von und nach Edinburgh und Glasgow und Flughäfen weiter im Norden gestrichen”. Allerdings könne der Flugbetrieb in Edinburgh und Glasgow voraussichtlich am Nachmittag wieder aufgenommen werden, der auf den anderen Flughäfen solle bis Mittwochmorgen wieder normal laufen. Wie der norwegische Flughafenbetreiber mitteilte, werde es an der Westküste einige Beschränkungen im Luftraum geben. Dänemark sperrte ein kleines Gebiet für den Flugverkehr.
Ryanair hat 36 Flüge von europäischen Zielen nach Schottland gestrichen. Das Unternehmen sprach von unnötigen Beschränkungen und kündigte Beschwerden bei den Regulierungsbehörden und dem Verkehrsministerium an. Es bestehe kein Sicherheitsrisiko für Flüge nach Schottland.
Laut der europäischen Flugsicherung Eurocontrol erreicht die Aschewolke mittlerweile eine Höhe von acht bis zwölf Kilometern.
Am Dienstag könnte die Aschewolke nach Einschätzung von Meteorologen den Süden Skandinaviens und Schottland erreichen und später auch Richtung Frankreich und Spanien ziehen. Laut der europäischen Flugsicherung Eurocontrol erreicht die Aschewolke mittlerweile eine Höhe von acht bis zwölf Kilometern
«Von heute an oder ab morgen ist eine Beeinträchtigung möglich, zunächst in nordwestlichen Regionen wie Grossbritannien und Irland», sagte die Sprecherin des EU-Verkehrskommissars Helen Kearns. Die Schweiz wäre dann Freitag oder Samstag im Radius der Aschewolke.
Auf der offiziellen Ausbreitungskarte des britischen Wetterdienstes ist zu sehen, wie sich die Aschewolke Richtung Schottland ausbreitet.
Durch günstigere Wetterlage kein Chaos am europäischen Himmel
Ein Chaos am europäischen Himmel wie vor einem Jahr, als der Luftraum wegen der Asche des Vulkans Eyjafjallajökull grossräumig gesperrt werden musste, sei wegen der anderen Wetterlage aber unwahrscheinlich.
«Es gibt wesentliche Unterschiede», sagte Kearns. «Es weht weniger Wind, die Aschepartikel sind dicker und fallen schneller zu Boden und wir haben ein besseres Krisenmanagement.»
Kleine Verspätungen auf Nordatlantikroute
Auf den Flugverkehr der Swiss hat der Vulkan bis jetzt nur einen sehr kleinen Einfluss. Weil die Airline keine Direktflüge nach Island anbietet, mussten noch keine Flüge annulliert werden, wie ein Sprecher sagte.
Die Nordatlantikflüge nach Kalifornien müssten jedoch ihre Flugroute leicht nach Süden verlegen, was Verspätungen von bis zu 15 Minuten verursache. Bei Swiss und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL wird die Lage jedoch genau beobachtet – im Wissen darum, welche Auswirkungen ein Vulkanausbruch auf den gesamten europäischen Flugverkehr haben kann.
Am Vormittag tagten Experten der EU-Kommission und von Eurocontrol sowie Vertreter von Flughäfen und Airlines, um im Notfall schnelle Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten zu geben. Jeder Staat entscheidet jedoch selbst darüber, ob er seinen Luftraum schliesst.
Sonnenfinsternis am helllichten Tag
Laut einem isländischen Geophysiker spuckt der Vulkan weiterhin Asche. In Reykjavik lag am Morgen eine Staubglocke über der Stadt. Bewohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Schlimmer betroffen war dagegen Kirkjubaejarklaustur im Süden Islands.
Eigentlich wäre heute ein schöner sonniger Morgen angebrochen. Wegen der Aschewolke sah man jedoch die Hand vor Augen kaum. Über allem lag eine dicke Staubschicht. Wer heute zur Arbeit fahren wollte, musste zuerst die Asche von der Frontscheibe putzen und die Fernlichter einschalten.
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Tags: aschewolke, Flugverkehr, Vulkun Grimsvötn